AISI 304 vs. 430: Edelstahl-Typen für die Gastronomie

„Edelstahl" ist nicht gleich Edelstahl: Ob ein Gerät aus AISI 304 oder AISI 430 gefertigt ist, entscheidet über Rostbeständigkeit, Magnetismus, Pflegeaufwand und Preis. Dieser Ratgeber erklärt die wichtigsten Edelstahl-Typen in der Gastronomie, zeigt im direkten Vergleich, worin sie sich unterscheiden – und welcher Typ sich für welchen Bereich Ihrer Küche wirklich lohnt.

Was bedeuten „AISI" und „1.4…"?

Für denselben Werkstoff treffen Sie auf zwei Bezeichnungen:

  • AISI ist die US-Norm (z. B. AISI 304, AISI 430).
  • Die Werkstoffnummer 1.4… ist die europäische Entsprechung (1.4301 = AISI 304, 1.4016 = AISI 430).
  • Umgangssprachlich heißt AISI 304 auch „V2A" oder 18/10-Chromnickelstahl (CNS/CrNi); AISI 430 ist ein reiner Chromstahl ohne Nickel.

Die drei wichtigsten Typen im Vergleich

Merkmal AISI 304 (1.4301) AISI 430 (1.4016) AISI 201 (1.4372)
Legierung ~18 % Chrom, ~8–10 % Nickel ~16–18 % Chrom, kein Nickel Chrom-Mangan, wenig Nickel
Magnetisch? nein (nahezu) ja leicht
Korrosionsbeständigkeit sehr gut gut (trocken) mittel
Preis höher günstig günstig
Typischer Einsatz Arbeitsflächen, Spülen, Nass- & Lebensmittelbereich Korpusse, Rückwände, trockene Lager kostensensible, wenig belastete Teile

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AISI 304 – der Allrounder für Nässe & Lebensmittelkontakt

Durch den Nickelanteil ist AISI 304 besonders korrosionsbeständig und praktisch nicht magnetisch. Er verträgt Feuchtigkeit, die meisten Reinigungsmittel und häufigen Lebensmittelkontakt – deshalb ist er der Standard für Arbeitsflächen, Spültische und Becken und alles, was ständig nass wird. Wo Hygiene und Langlebigkeit zählen, ist 304 die sichere Wahl.

AISI 430 – günstig & stabil für trockene Bereiche

AISI 430 kommt ohne teures Nickel aus und ist dadurch deutlich preiswerter – bei trockener Nutzung im Innenraum trotzdem robust. Er ist allerdings magnetisch und in dauerhaft feuchter, salz- oder säurehaltiger Umgebung anfälliger für Rost. Ideal für Schrankkorpusse, Rückwände, Regalböden und Verkleidungen in trockenen Bereichen. Viele Möbel kombinieren beides clever: 304 an der beanspruchten Arbeitsfläche, 430 am Korpus.

AISI 201 – die Sparoption mit Abstrichen

AISI 201 ersetzt einen Teil des Nickels durch Mangan und ist dadurch günstig. Die Korrosionsbeständigkeit liegt allerdings unter der von 304. Für wenig belastete, trockene Teile brauchbar – für Nass- und Lebensmittelbereiche ist 304 klar vorzuziehen.

Schnell erkennen: der Magnet-Test

Ein einfacher Anhaltspunkt: Ein Magnet haftet an AISI 430 (und leicht an 201), nicht aber an AISI 304. Kleine Einschränkung: Stark kaltverformtes 304 (etwa an Kanten oder Schweißnähten) kann leicht magnetisch werden – der Test ist also ein Indiz, kein Beweis. Im Zweifel gibt das Datenblatt Auskunft.

Welcher Typ für welchen Bereich?

  • AISI 304: Arbeitsflächen, Spülen/Becken, Ablauf- und Vorbereitungstische – überall mit Nässe, Salz, Säure oder direktem Lebensmittelkontakt.
  • AISI 430: Schrankkorpusse, Rückwände, Regalböden, Verkleidungen und trockene Lagerbereiche – dort spart es Kosten ohne echten Nachteil.
  • Kombination: Sehr verbreitet – die beanspruchte Oberfläche in 304, die tragende oder verdeckte Struktur in 430.

Beispiel: gleicher Schrank, zwei Stahltypen

Wie stark der Werkstoff den Preis bestimmt, zeigt der direkte Vergleich zweier Lagerschränke:

Weitere Klassiker: Arbeitstisch (Bartscher) und Wandbord aus Chromnickelstahl (Bartscher).

Pflege – je nach Typ

Kein Edelstahl ist „rostfrei um jeden Preis": Chloride (Kochsalz, Chlorreiniger, salzige Luft) greifen jede Sorte an – AISI 430 empfindlicher als 304. Auch Flugrost von Werkzeug oder Stahlwolle kann sich festsetzen. Mit der richtigen Reinigung bleibt beides lange schön – wie das geht, steht im Ratgeber „Edelstahl reinigen & polieren".

Häufige Fragen

Was ist besser: AISI 304 oder 430?

Das hängt vom Einsatz ab. 304 ist korrosionsbeständiger und für Nass- und Lebensmittelbereiche die richtige Wahl. 430 ist günstiger und für trockene, tragende Bereiche völlig ausreichend.

Ist AISI 430 lebensmittelecht?

Für den Kontakt mit trockenen Lebensmitteln ja. Für dauerhaft feuchte oder salz-/säurehaltige Anwendungen ist 304 vorzuziehen.

Warum ist mein Edelstahl magnetisch?

Dann ist es sehr wahrscheinlich AISI 430 (oder 201). AISI 304 ist nahezu nicht magnetisch – nur stark verformte Stellen können leicht anziehen.

Was heißt V2A und „18/10"?

V2A ist der gängige Name für AISI 304. „18/10" beschreibt die Legierung: rund 18 % Chrom und 10 % Nickel.

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